Wie wird man ein Snookerschiedsrichter?
Der beste Platz um Snooker zu schauen ist direkt am Tisch. Welchen besseren Platz kann es geben als den, den der Snookerschiedsrichter inne hat?
Es ist aber auch nicht selbstverständlich ein guter Schiedsrichter zu werden. Ich möchte gerne auf ein paar Ratschläge („The Art of Refereeing“) hinweisen, die ursprünglich von einem sehr bekannten Snookerschiedsrichter der 90er-Jahre des letzten Jahrhundert John Street stammen. Ich habe es aus einem Buch „The Billiards an Snooker Referees‘ Handbook“ von Peter Rook und John Street frei übersetzt.
„In der Welt des Billards und Snookers gibt es eine bekannte Redewendung, die lautet: "Ein guter Schiedsrichter wird nie gesehen" und das sollte eines der wichtigsten Ziele eines jeden aufstrebenden Schiedsrichters sein. Es gehört mehr dazu, ein guter Schiedsrichter zu werden, als die Regeln in- und auswendig zu kennen. Du wirst nicht beliebt sein, wenn du als Schiedsrichter dem Spieler immer wieder in die Quere kommst oder in seine "Sichtlinie" gerätst. Positionierung und die Fähigkeit, das Spiel zu lesen, gehören zu den zusätzlichen Fähigkeiten, die Sie beherrschen müssen.
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Selbst, wenn man eine Schiedsrichterprüfung bestanden hat sollte man also nicht glauben, alles zu wissen, denn es ist mehr als wahrscheinlich, dass ihr irgendwann ein böses Erwachen erleben werdet. Die Regeln für Billard und Snooker sind sehr kompliziert und selbst jetzt, nach all den Jahren, in denen die Spiele gespielt werden, kann eine Situation auftreten, die in den Regeln nicht streng geregelt ist. In der Vergangenheit konnten die Interpretationen der Regeln zwischen den Schiedsrichtern sehr unterschiedlich sein, und man musste nur eine Gruppe von ihnen zusammenbringen, um einen seltenen Vorfall zu besprechen und sich alle Argumente anzuhören, die sich anschlossen, um meinen Standpunkt zu verstehen.
Mein erster Ratschlag ist, die Regeln weiter zu lesen und keine Angst davor zu haben, andere Schiedsrichter um Hilfe zu bitten, insbesondere wenn sie ein höherwertiges Zertifikat als Sie besitzen. Besser noch, fragen Sie einen Prüfer (Examiner). Jeder dieser Menschen würde das Wissen, das er sich im Laufe der Jahre angeeignet hat, nur zu gerne weitergeben. Insbesondere Prüfer sind nicht umsonst Prüfer/Examiner, sondern in der Regel Personen, die jahrelange Erfahrung mit den Regeln haben. Scheuen Sie sich nie, um Rat zu fragen.“
Eine mögliche erste Anlaufstelle sind üblicherweise Vereine, in denen Snooker gespielt wird. Diese Vereine sind in Landesverbänden und im nationalen Dachverband der Deutschen Billard Union e.V. organisiert. Das Schiedsrichterwesen wird durch den jeweiligen Landessportwart oder Landesschiedsrichterobmann (kurz LSO) und dem Bundesschiedsrichterobmann (kurz BSO) organisiert, die jeweils auch örtlich bis zu einem nationalen Schiedsrichtergrad ausbilden. Für internationale Lizenzen (beginnend mit „international class 3“) sind sogenannte Examiner des Europäischen Verbandes „European Billards and Snooker Association“ (EBSA) zuständig, die vom EBSA-Tutor geführt werden.
Ansprechpartner, um Schiedsrichter zu werden, sind also zunächst die Vereine in der Nähe, der entsprechende Landesschiedsrichterobmann, bzw. Bundesschiedsrichterobmann, die EBSA-Examiner und der EBSA-Tutor. (Eine Liste der Ansprechpartner kann man in der Rubrik Über uns finden.)
Ingo Schmidt
EBSA-Tutor Deutschland
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